Die Brasilianischen Bundesländer


Die 5 Landesregionen und ihre Bundesländer:

Der Norden

Die Region des Nordens entspricht ungefähr der Hälfte des gesamten brasilianischen Territoriums. Das Gebiet ist fast ganz vom Amazonas-Regenwald bedeckt.

Manaus (AM)- oberhalb der Mündung des Rio Negro in den Rio Solimões gelegen - ist das wichtigste Eingangstor zum Regenwald, der oft völlig zu Unrecht als "Grüne Hölle" bezeichnet wird - "Grünes Paradies" wäre treffender. In seiner "Freihandelszone" können Waren aus der ganzen Welt zollfrei eingekauft werden. Seine Infrastruktur erlaubt auch eine profissionelle Abwicklung anspruchsvoller Touren.

Santarém (PA) - an der Mündung des Rio Tapajós, im Amazonas-Gebiet gelegen, zwischen Manaus und Belém, ist als Ausgangspunkt für Touren in den Regenwald empfehlenswerter, da es einen besonderen Reiz für den Brasilien-Profi darstellt.  Jedoch von einfacher touristischer Struktur und Infrastruktur generell.

Belem (PA) - der internationale Fluss- und Seehafen in der Amazonasmündung hält dagegen schon alles bereit, was der anspruchsvolle Gast begehrt - neben einer guten Portion Abenteuer und Exotik - die grösste Flussinsel der Welt, Marajó, die von  Belém aus erreicht werden kann.

Andere Städte wie Porto Velho in Rondônia - Rio Branco in Acre - Boa Vista in Roraima und Macapá in Amapá sind zwar ebenfalls Destinationen, die von Brasilien-Profis schon mal ausgesucht werden, die aber für Tourismus kaum zu empfehlen sind.

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Der Nordosten

Eine Flugstunde südöstlich der Amazonasmündung zeigt der trockene "Sertão" die unglaublichen Kontraste Brasiliens: während vollklimatisierte Busse mit dösenden Touristen über die Schnellstrassen donnern, trotten auf der glühendheissen Piste Familien dahin, deren Gesichter der Hunger geformt hat, ihre bescheidene Habe auf den Schultern. Zu Hunderttausenden ziehen sie jährlich gen Süden um in den verheissungsvollen Grosstädten irgendeine Arbeit zu finden. Hier regnet es über Jahre manchmal keinen Tropfen. Die Saat ist verdorrt und die Vorräte sind verbraucht. Als Analphabeten sind sie froh, wenn sie schliesslich in São Paulo an einem Fliessband landen, um dort sinnentleerte Handgriffe zur Produktion eines Autos auszuführen, von dem sie selbst nur ein Leben lang träumen können.

Was für die Nordost-Bauern ein Problem, ist für die Touristen ein Traum: Das Land mit der "Sonnengarantie" - hier an der "Goldenen-Küste" scheint sie immer! Das trockene, menschenfeindliche Inland - der "Sertão" - ist für den Tourismus eher  uninteressant.

Dank seiner Lage zwischen Äquator und dem Wendekreis des Steinbocks herrschen im Nordosten das ganze Jahr über tropische Temperaturen - ein ewig währender Sommer. Hier führen alle Strassen zum Meer, das Wasser ist angenehm warm, türkisfarben und kristallklar.

Auch die Städte Salvador/Bahia, Recife/Pernambuco, Natal/Rio Grande do Norte und Fortaleza/Ceará werden von internationalen Fluggesellschaften direkt angeflogen.

Maranhão (MA)- im Norden, mit der von Franzosen gegründeten Hauptstadt São Luís, bietet die schönsten Kolonialbauten im ganzen Nordosten. Seine Strände sind unter den Einheimischen bekannter als unter den Touristen, die sich nur selten hierher verirren.

Piauí (PI)- hat nur einen "winzigen" Küstenabschnitt, aber dafür herrliche Flussstrände am Rio Parnaíba und Rio Potí - in der Nähe seiner Hauptstadt Teresina.  Einen Besuch wert ist der "Nationalpark von Sete Cidades", 200 km von Teresina.

Ceará (CE)- hier liegen die auch international bekannteren Strände des Nordostens, charakterisiert durch haushohe Sanddünen - eine rauhe und urwüchsige Landschaft, die elementare Eindrücke der Schöpfungsgeschichte vermittelt. Noch heute entdeckt man abgeschiedene Fischersiedlungen in dieser "Wüstenei", die ohne Elektrizität auskommen. Die Hauptstadt "Fortaleza" ist ein idealer Aufenthaltsort und als Badeurlaub sehr empfehlenswert.

Rio Grande do Norte (RN)- vom internationalen Tourismus gerade entdeckt: Die Hauptstadt Natal ist ebenso reizvoll wie die  von riesigen Sanddünen eingerahmten Strände, die mit denen in Ceará durchaus konkurrieren können.

Paraíba (PB)- mit seiner Hauptstadt João Pessoa, ist dem internationalen Tourismus kaum bekannt. Hier liegt in "Cabo Branco", der östlichste Punkt des südamerikanischen Kontinents.

Pernambuco (PE)- die von Meerwasser-Kanälen durchzogene Hauptstadt Recife hat einen internationalen Flughafen, weshalb dieser Landesteil auch bereits in allen touristischen Katalogen erscheint, die Brasilien anbieten. Zu Recht: denn hier ist das blassgrüne Wasser, durch die der Küste vorgelagerten Riffe (recifes), sehr ruhig - man schwimmt im Meer wie in einem riesigen Pool - und man kann sich immer auf einen blauen Himmel und auf eine angenehme Brise verlassen. Das benachbarte Städtchen Olinda gehört mit seinen historischen Relikten zu den wertvollsten Kunstschätzen Brasiliens - und selbst das Landesinnere von Pernambuco birgt viele interessante Entdeckungen.

Fernando de Noronha (PE)- vor der Küste von Pernambuco liegt dieses Archipel - etwa 50 Flugminuten entfernt. Eine Welt für sich - und ein wahres Paradies für den Naturliebhaber: Neben der Hauptinsel sind die kleineren Inseln Frade - Dois Irmãos - Rata - Meio - Sela Gineta und Rasa erwähnenswert - Tausende von Seevögeln nisten auf ihnen. Die Strände sind menschenleer - Delphine begrüssen die per Boot ankommenden Besucher - und der Sonnenuntergang bietet täglich ein hinreissendes Schauspiel. Das Archipel wird inzwischen für fantastische Tauch-Touren genutzt.

Alagoas (AL) - noch ziemlich unbekannt, obwohl seine Strände zu den schönsten gehören, die der Nordosten zu bieten hat - wir selbst meinen: es sind die schönsten Strände Brasiliens überhaupt! Denn hier säumen weitläufige Kokospalmenhaine jeden Strand und geben ihm einen reizvollen "polinesischen Touch". Manche sind geradezu menschenleer! Maceió, die Hauptstadt zwischen dem Ozean und der "Mandaú-Lagune", wird auch die "Stadt des Wassers" genannt.

Sergipe (SE) - das kleinste brasilianische Bundesland, geizt nicht mit seinen Reizen, und trotzdem sind sie international noch kaum aufgefallen: Die Hauptstadt Aracajú, mit ihren symmetrisch ausgerichteten Strassen und den üppigen Grünanlagen, hat viel Interessantes zu bieten. Unter anderem findet man hier die besten Keramikarbeiten Brasiliens. Das Inland ist reich an historischen Relikten und die Strände sind jede Reise wert.

Bahia (BA) - zutreffender Weise "das Land des Glücks" genannt: Ein mystischer, magischer Teil unseres Landes - voller Götter, Geister und touristenfreundlicher Dämonen - voller Geschichte und Geschichten - schwarz und süss wie unser Kaffee - mit unvergleichlichen Sehenswürdigkeiten und unglaublichen Szenen. Die Hauptstadt Salvador, mit internationalem Flughafen, bietet eine verlässliche Infrastruktur. Die Strände, wie aus dem Bilderbuch - Inseln, wie in der Südsee - Kaffee - Kakao - und Brasil-Zigarren.

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Der Mittlere Westen

Nur zwei Tagesritte von der brasilianischen Hauptstadt Brasilia entfernt, herrscht noch heute devote Ergebenheit gegenüber dem Grossgrundbesitzer, der hier allein bestimmt, was Recht zu sein hat. Für den "Vaqueiro", seinen Angestellten, gibt es hier keine andere Arbeit als die Betreuung der unübersehbaren Herden auf einem endlos erscheinenenden Land.
Im erst spät erschlossenen Mato Grosso begegneten sich der "Pseudo-Zivilisierte" und der Indianer oft überraschend: Durch die skrupellosen Methoden der Landvereinnahmung seitens der Grossgrundbesitzer in die Enge und damit in den Hunger getrieben, erlegte der Indianer schon mal eine Kuh, die sich in seinem angestammten Jagdgebiet herumtrieb. Wurde er dabei erwischt, war sein Schicksal mit dem Revolver des Rinderhirten besiegelt.

Mato Grosso (MT) - seine Hauptstadt Cuiabá, ist eines der Tore zu einem einzigartigen Naturerlebnis: dem Pantanal - einem ökologischen Sanktuarium, dem grössten Reservat südamerikanischer Fauna des gesamten Kontinents. In der "Serra dos Guimarães", die die Stadt Cuiabá einrahmt, finden sich uralte Höhlen - kristallklare Bäche, die das Pantanal speisen, stürzen in Kaskaden und Wasserfällen zu Tal.

Mato Grosso do Sul (MS) - bietet mit seiner Hauptstadt Campo Grande das südliche Tor zum Pantanal. Eine moderne Stadt mit breiten Alleen - unweit der paraguayischen Grenze. Auch hier liegen die Sehenswürdigkeiten eher in der die Stadt umgebenden Natur - und ausser einem obligatorischen Pantanal-Besuch sind Höhlen mit fantastisch geformten Stalagmiten und Stalagtiten um das Örtchen "Bonito" einen Ausflug wert.

Goiás (GO) -  hat eine Reihe von Thermalquellen, übers Land verstreut, zu bieten: Die grösste brasilianische Konzentration heisser Quellen liegt in "Pousada do Rio Quente" - hier kann man, inmitten einer berauschenden Landschaft, in einem Heisswasser-Fluss Heilbäder nehmen. Die junge Hauptstadt Goiania ist voll von interessanten Sehenswürdigkeiten. Der schönste Fluss Brasiliens, der Rio Araguaia, bildet eine natürliche Grenze zum Nachbarstaat Mato Grosso - sein Fischreichtum und die schneeweissen Flussstrände machen ihn zu einem beliebten Ausflugsziel.

Federal-Distrikt Brasilia (DF) - 1960 gegründet. Die kühne Planung der brasilianischen Hauptstadt und ihre futuristische Architektur wurden zum Denkmal der Entwicklung eines Gebiets, das als Brasiliens rauheste Gegend galt. Heute haben Fernstrassen, Fluglinien und die Telekomunikation den Anschluss der 1.200 Kilometer von der Küste entfernt liegenden Stadt an die moderne Welt geschaffen.

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Südosten

Das Tor zu Brasilien: Hier findet man die grössten Städte des Landes - aber auch die grössten sozialen Kontraste und entsprechenden Probleme für die Bevölkerung: Unter marmornen Bögen der Büropaläste, in São Paulo zum Beispiel, recken sich dürre Hände bittend dem Besucher entgegen, während auf den Dächern Helikopter die fürstlich verdienenden Wirtschaftsbosse zum Mittagessen abholen.
In Rio de Janeiro klebt das Elend in Hundehütten gleichenden Baracken und Buden an den die Stadt einrahmenden Felswänden - den "Favelas". Politische Misswirtschaft, Korruption und das enorme Wachstum der Bevölkerung haben die Probleme vertieft.

Aber im Südosten hat man als Besucher zweifellos auch die reichste Auswahl an Dienstleistungen für kreative Incentives: ein dichtes Netz von Spitzen-Gastronomie und -Hotellerie, Führungen in allen Sprachen und beste Transportmöglichkeiten. Kulturell brauchen wir hier keine Vergleiche mit der Weltklasse zu scheuen, und für Sportbegeisterte gibt es fast alles, was deren Herz begehren sollte - oder aushält.

Minas Gerais (MG) - das Bundesland mit einer bedeutenden historischen Vergangenheit: Reiche Gold- und Edelsteinfunde in diesem Gebiet, machten den Südosten Brasiliens im 17. Jahrhundert unabhängig von dem durch Zuckerexporte wohlhabend gewordenen Nordosten. Noch heute birgt die Gegend reiche Erzlager, die mit modernen Förderungsmethoden abgebaut werden. Den "schönen Horizont", nachdem seine Hauptstadt Belo Horizonte benannt ist, gibt es wirklich - umgeben von blauen Bergen. Das Klima ist hier besonders angenehm und gesund.

Rio de Janeiro (RJ) - das Bundesland mit seiner "Cidade Maravilhosa" - ist Spiel, Spass und Lebensfreude - Das Land läd zu einem Besuch der an intensivsten erschlossenen Strände und naturgeschützter Abschnitte des Atlantischen Bergurwaldes ein - die Stadt lockt mit Genüssen für Romantiker, Bohemiens, Gourmets und Abenteuer. Im Gegensatz zu den "arbeitswütigen" São Paulos, findet der "Carioca" immer einen Grund zum Feiern - wenn Sie also sowieso nichts zu tun haben, ausser Incentive-Ferien zu machen - hier sind Sie richtig!

São Paulo (SP) - mit der Hauptstadt gleichen Namens - ist das wichtigste und dynamischste Wirtschaftszentrum von ganz Südamerika. Eine kosmopolitische Stadt - voller ethnischer Gegensätze zwischen heute 19 Millionen Menschen, vereint durch gemeinsame wirtschaftliche Interessen. Die am schnellsten wachsende Stadt der Welt.

Espirito Santo (ES) - dieses kleine Bundesland ist noch ein touristischer Geheimtipp: Selten trifft man "Gringos" an seinen kilometerlangen Stränden und sein reizvolles Hinterland dürfte im Ausland gänzlich unbekannt sein. Die Hauptstadt Vitória - mehr als 500 Kilometer von Rio entfernt - ist weder durch ihre typische Keramik noch durch ihre Holzindustrie über ihre Grenzen hinaus bekannt geworden. Und, dass es in dieser Gegend die meisten Kolibri-Arten Brasiliiens gibt - ist nur wenigen Wissenschaftlern bekannt.

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Der Süden

Die einzige Region Brasiliens, in der man vier Jahreszeiten unterscheiden kann. Der Winter kann kalt werden - in manchen Abschnitten bis wenige Grad unter Null - und Schneefälle in den Bergen sind nicht ungewöhnlich. Die Region, in der sich eingewanderte Europäer am wohlsten fühlen - so finden sich deren grösste Konzentrationen auch in diesem Gebiet.
Die von zahllosen Bergkämmen unterbrochene Landschaft überrascht mit Panoramen, die wie Kopien aus der europäischen Bergwelt anmuten - was für ein Wunder, dass sich hier Deutsche, Italiener, Polen, Ukrainer und viele andere angesiedelt haben. Auf den weitläufigen fruchtbaren Weiden grast Brasiliens schmackhaftestes Rindfleisch - und an den sonnigen Berghängen wächst Brasiliens bester Wein.
Die herrlichen Strände haben ihren eigenen Stil und unterscheiden sich von allen übrigen: Ein bewegtes Meer lockt vor allem die wellenbegeisterten Surfer an diese Strände.

Paraná (PR) - machte zum ersten Mal im Kaffee-Export von sich reden, der auch heute noch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geblieben ist. Der internationale Tourismus kennt da schon eher die weltberühmten "Iguassú-Wasserfälle", die auf seinem Gebiet, an den Grenzen zu Paraguay und Argentinien, liegen. Seine Hauptstadt Curitiba ist heute der südamerikanische Inbegriff für gehobene Lebensqualität und vorbildliche Administration. Deutsche und Italiener haben nicht nur das Stadtbild, sondern auch die Lebensart seiner Bürger geprägt.

Santa Catarina (SC) - ist der deutscheste unter den Südstaaten: Hier trifft man die blonden und blauäugigen Nachfahren überall auf der Strasse. Besonders in Städtchen wie Blumenau oder Pomerode hat sich das deutsche Brauchtum fast unbeeinflusst erhalten. Florianópolis, die Hauptstadt, liegt auf einer Insel - zwei Brücken verbinden sie mit dem Festland. Die schönsten Strände des Südens sind hier zu finden - die besten Meeresfrüchte ebenfalls.

Rio Grande do Sul (RS) - ist die Heimat der in Brasilien überall bekannten und oft zitierten "Gaúchos", eines Menschenschlags, dessen angestammte Beschäftigung der Umgang mit den riesigen Rinderherden auf den südlichen Pampas war. Wie ihre argentinischen Nachbarn schätzen sie den "Churrasco" aus gegrilltem Rindfleisch über alles - und ihre Angewohnheit, glühend heissen Mate-Tee, ohne Zucker, durch silberne Röhrchen aus Kalebassen zu saugen, hat sie unter den übrigen Brasilianern, die einen quietschsüssen Cafezinho über alles lieben, als Sonderlinge ausgewiesen. Porto Alegre, ihre charmante Hauptstadt, bietet allen Komfort und Service einer modernen Metropole. Im bergigen Inland werden vorzügliche Weine angebaut - die italienischen Einwanderer pflegen diese Tradition.

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