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Unterwegs in Brasilien

Brasilien sprengt viele Vorstellungen. Sein Territorium umfasst mehr als 8,5 Mio. km² und damit 42% der südamerikanischen Ladmasse. Auch wenn man sich die Ausdehnng deses Kolosses einmal bewusst vor Augen hält - Deutschland fände in Brasilien knapp 24-mal Platz-, werde die Distanzen innerhalb des Landes für uns bestenfalls nur sehr bedingt "griffiger". Eine Reise von Belém im Norden nach Porto Alegre im Süden Brasiliens ist, übertragen auf Europa, mit ähnlich kontinentalen Strecken wie Lssabon-Moskau oder Spitzbergen-Palermo vergleichbar. Auch der Hinweis auf Brasiliens rund 7400 km lange Atlantikküste mag zwar ehrfürchtiges Erstaunen auslösen, aber wirklich fassbar ist dies auch nicht.


Vom Airpass bis Gabelfllug. Die beiden Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro sind die wichtigsten Eingangstore nach Brasilien. Inzwischen können Fluggäste via Portugal auch Linienflüge in den brasiliansichen Nordosten - nach Fortaleza, Natal, Recife und Salvador - als auch nach Brasilia und Belo Horizonte buchen (Ein Produkt der portugiesischen Airlne - TAP) oder mit Charterflug der CONDOR von Frankfurt nach Salvador da Bahia reisen. Ein, bezogen auf die Größe Brasiliens, nicht zu unterschätzender Vorteil der Liniengesellschaften besteht in der Möglichkeit, einen Gabelflug (bei dem der Einreise- vom Ausreiseort abweicht) zu buchen. Außerdem bieten die brasilianischen Liniengesellschaften - TAM und GOL - die nicht nur kostenmäßig interessante Möglichkeit eines Brazil-Airpasses (ein 30 Tage gültiges Inlandsticket mit Coupons für vier bis zu neuen Strecken). Planloses Drauflosfliegen erlaubt das Ticket jedoch nicht, denn kaufen kann man den Airpass nur außerhalb Brasiliens. Noch ein Grund, neben der Größe und Vielfalt des Landes, eine Brasilienreise gründlich zu planen.


Intensive Vorbereitung. Weite Teile des brasilianischen Nordens sind von tropischem Regenwald bedeckt. Auf viele Menschen aus Nordeuropa und -amerika übt gerade diese exotische und für sie ungewöhnliche Umgebung eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Aber Vorsicht: Gerade diese von den Wasseradern des Amazonas durchzogene Landschaft hat ihre eigenen Gesetze und fordert von ihre Besuchern weit intensivere Vorbereitung als die meisten anderen Landesteile. An der Küste Brasiliens mag es unerheblich sein, ob man beispielsweise gegen Gelbfiber geimpft ist oder nicht, in den nord- und westbrasilianischen Bundestaaten Amazonien, Amapá, Acre, Maranhão, Mato Grosso, Rondônia, Tocantins, Pará und auch in Piauí können eine Malaria-Prophylaxe, Entkeimungstabletten für Trinkwasser und tropengerechte Kleidung vn existenzieller Bedeutung sein.


Auf Entdeckungstour.
Mit weniger Vorbereitungsaufwand lässt sich der Rest des Landes bereisen. Wer die Landessprache nicht beherrscht, mag sich vielleicht im Rahmen einer geführten Rundreise am sichersten fühlen. Wer aber auch nur über Basiskenntnisse der portugiesischen Sprache verfügt und individuell af Entdeckungstour geht, wird erleben, mit welch zuvorkommender Freundlichkeit und Gastfreundschaft Brasilianer - insbesondere außerhalb der Großstädte - auf Besucher ihres Landes reagieren. Und Gäste aus "Alemanha" werden von den meisten Einwohnern der Fußballgroßmacht Brasilien, schon wegen der gemeinsamen Liebe zum Rasensport, mit großer Sympathie bedacht.


Unterwegs mit dem Auto. Die meistens ausländischen Brasilienreisenden bewegen sich innerhalb des riesigen Landes mit dem Flugzeug. Die Alternative "Fernbus" kostet sehr viel mehr Zeit, aber in der Regel nur ein Viertel des Flugpreises der entsprechenden Strecke. Selbst mit dem Mietwagen unterwegs sein, eröffnet viele Möglichkeiten - ist aber nicht frei von Risiken. Vor allem in den Großstädten wird man rasch den Eindruck gewinnen, dass sich hier sehr viele "Nachwuchsrennfahrer" mit irrem Tempo bewegen. Ein Fakt ist auch, dass sich die meisten Unfälle - nach der ein oder anderen Caipirinha zu viel - an den Wochenenden ereignen. Auf Landstraßen abseits der Metropolen mag es ruhiger zugehen, aber wegen riesiger Schlaglöcher, in die mühelos ein VW-Gol (das ist die brasilianische Variante des Golf) passen würde, machen zumindest Nachtfahrten keinen Sinn. Trotz der geschilderten Widrigkeiten: Es gibt in Brasilien traumhaft schöne Streckenabschnitte für Selbstfahrer, wir haben sechs davon zusammengestellt. Siehe den Beitrag - Tourenvorschläge durch Brasilien.